Mjältön ist die Insel mit dem höchsten Berg in Schweden und da mussten wir natürlich rauf. Entlang des Wegs zur Sauna liefen wir erst mal in der falschen Richtung auf die andere Seite der Insel, sammelten alle einen Stein ein und stiegen gemeinsam mit ein paar Mücken auf die Spitze des Berges. Wir folgten damit der Tradition, auf diesen Berg zu steigen und dort einen Stein abzulegen. Raufgestiegen, getan. Ein weiterer schöner Segeltag brachte uns dann zum Höhepunkt der Reise, Schwedens schönster Insel Trysunda. Dabei folgten wir der Küstenlinie der Höga Kustan, der hohen Küste, die so heißt, weil sie – wie der Name schon verrät – direkt vom Meer hoch ansteigt. Und immer noch weiter steigt. Denn die Gegend lag in der letzten Eiszeit unter einer 3 km dicken Eisschicht und stieg an. Und steigt nach wie vor weiter, ca. 1 cm Jahr. Ein paar Häfen haben deshalb schon Probleme, in Häggvik sind seit ca. 1900 einige Meeresbuchten zu Binnenseen geworden. Die Landschaft ist geprägt durch Wälder, einzelne Ferienhäuser direkt am Meer und bewaldete Hügel mit einzelnen Wiesen. Dazu kommen viele kleine Inseln, manche bewohnt, die meisten nicht und viele Steine unter Wasser, die dank der Hebung des Landes nicht nur immer weiter auftauchen, sondern auch im Winter vom Eis versetzt werden, so dass solche Angaben auf Karten mit großer Vorsicht zu genießen sind.

Wenn Häggvik als Hafen eine 1 bekommen hat, dann hat Trysunda eine 1 mit einem halben Sternchen verdient, mit einem kleinen Abzug weil in einer der Duschen der Wasserdruck etwas niedrig ist und die Dusche sehr moderat Geld kostet. Trysunda war zur Zeit des Ersten Weltkriegs eine Abbaustätte von Vanadium, wovon man allerdings nicht mehr viel sieht, außer einer Dampfmaschine und einem Lokomobil, die mehr oder weniger an zufälligen Stellen im Wald stehen. Die Insel bietet dann noch mehrere wunderschöne Buchten, die sich theoretisch sehr gut zum Anschauen des sowieso sehr kurzen und nicht besonders dunklen Sonnenuntergangs eignen, nur leider finden das die Mücken auch. Deshalb fiel der Sundowner wieder aus, wir wären sonst zum Sundowner für die halbe Mückenpopulation der Insel geworden. Der Morgen brachte dann die Besteigung des höchsten Berges und wunderbaren Wind aus sogar halbwegs segelbarer Richtung, die allerdings nicht gereicht hat, um den Fjord vor Örnsköldsvik hineinzusegeln. Der Motor ging also noch auf See an und brachte uns zuverlässig nach Örnsköldsvik, wo unsere Reise am Samstag endet.

Text: Bernhard, Karin, Norbert, Suse, Wolfgang