Aktuelles

Zum ersten Mal: Segeln!

Und das auch gleich auf der ANUK, 16 Tonnen Stahl, 14 Meter lang und ich keine Ahnung von nix, nicht mal, ob ich überhaupt seefest bin. Doch strahlende Sonne und eine entspannte Zugfahrt gibt Grund zur Vorfreude. Und als mir dann im Hafenbecken ein DELFIN! – ach nein, es ist ein Schweinswal und niedlich klein – zuzwinkert, ist alles geritzt. Denn auch die Crew aus Heidi, Martina, Dieter plus Astrid läuft wie ein geschmierter Motor. Zunächst aber gibt’s Abendessen mit Synke und Jörg und ich merke schon jetzt: Seeluft und Schiffschaukeln macht müde. So winke ich noch kurz der vorbeifahrenden STENA LINE, mit der ich sonst nach Schweden fahre und gehe ins Bett. Nur das Draußenschlafen im Cockpit scheitert: Die Männer des Nachbarboots reden-trinken-lachen-trinken mit den Füßen im Wasser planschend, fünf Meter neben mir. Ich kletter‘ zu Astrid in die Koje.

Sprachkurs

Nach dem Frühstück am Freitag bin ich schwer beeindruckt, wie die Kapitänin das lange Schiff elegant aus dem Hafen bugsiert, man sollte einen Preis ausloben fürs Ausparken unter erschwerten Bedingungen (enger Hafen und Crewmitglied, das irgendwie immer im Weg steht, denn das bin ich).

Wir setzen die Segel und ich lerne viele neue Wörter, von denen ich mir nur die Hälfe merken kann. Opferanoden, das wird eines sein, mit dem ich auf Partys seemannsgarnmäßig angeben kann („ …beim Baden in der 14 Grad kalten Ostsee in der Opferanode verheddert, tja, das gehört dazu“). Beim Segelreffen lern ich was über Zeisinge, Genua, und auf Slip und sehe, dass der einzige von mir beherrschte Knoten, der Palstek, hier eingesetzt wird, hurra!

Auf Kurs

Es geht nach Boltenhagen, leider mit wenig Sonne, sondern dunklen Wolken, aber viel guter Laune. Fünf Knoten unterm Bug und so viele Anzeigen überall, wie tief, wie weit, ein Licht hier, eins das und Bremen Rescue immer auf Sendung. Wer steuert, wird verwöhnt – mit Kaffee, Tee, sogar Lakritzschokolade. Ich sitz ganz vorn auf dem Schiff. Das ist toll, aber ich muss tatsächlich schon wieder in die Koje für ein Nickerchen und dann gibt’s Essen und ich wunder mich ein bisschen, wie viel Hunger man doch haben kann vom Nichtstun.

Auf Deck, in den Niedergang, wieder auf Deck, mal was lesen, mal was stricken, der Motor muss an, weil der Wind nicht mehr will, so vergeht der Tag. Dann kommt Boltenhagens Seebrücke in Sicht und wir drehen uns ein bisschen um uns selbst zum Ankern. Als das Ding dann sitzt, krieg ich Hummeln im Hintern und bin bereit für ein Eis und ein Klo an Land und wir lassen das Dinghy runter. Alle Frauen an Bord und ich darf rudern, was für ein Spaß. Zuschauer gibt’s auch, sie beobachten aufmerksam unser Anlandemanöver im Untergeschoß der Brücke. Boltenhagen ist etwas verschlafen und Eis finden wir nicht, dafür wird’s dunkel am Himmel und Astrid warnt vor Regen. Wieder an Bord haben wir ein tolles Wolkenspektakel und einen schönen Sonnenuntergang, gekrönt vom lecker Essen und einer Runde Räuberrommé, bevor alle Räuber*innen ins Bett wanken.

In den Heimathafen

Zwanzig Grad hat die Ostsee – also quasi Badewannentemperatur für Nixe Heidi! Ich muss vor lauter Begeisterung gleich zweimal, liegt aber auch daran, dass das Bad jeweils nur wenige Sekunden dauert. Nach dem Frühstück wird das Vorsegel gesetzt. Gleichmäßig und mit wechselnden Steuerern geht es Richtung Fehmarn. Nach fünf Stunden kommt die große Brücke in Sicht und Astrid erklärt die Masthöhe, rechnet vor, dass das passt und ich hab‘ keinen Moment Sorge, als sie dann direkt über uns ist und wir darunter durchgleiten wie ein Fisch im Wasser. Unser blinder Passagier, eine beringte und neugierige Taube, macht sich nun auch davon, bestimmt eine Stunde war sie an Bord. Sie schien ganz dankbar für den Lift, denn zu Beginn sah sie laut Astrid ganz schön fertig aus. Jetzt ist der Seegang höher, ich find’s richtig super, wenn es hochspritzt, muss mich vom Vordeck aber doch auf den begehrten Rauchersitz nach hinten verziehen, um nicht nass zu werden. Und wie schräg das Schiff Ding liegt, merke ich beim Mittagessen warmmachen. Habe ich je in einer solchen Position in der Küche gestanden, immer mit einer Hand an irgendwas und 40 Grad Neigung zum Topf? Ob man das nach längerer Zeit auf See auch zuhause so macht?

Um vier laufen wir in Orth ein und brauchen dann doch eine Stunde zum Anleinen. Gar nicht einfach, der Wind drückt den Bug weg, wir ziehen wie blöd an den Seilen, vielleicht auch an den falschen, es bewegt sich nur zentimeterhaft. Das geht sicher alles auch eleganter und schneller, aber das müssten wir noch ziemlich üben. Dann die Belohnung: Currywust, Pommes, Fischbrötchen am Imbiss, eine Führung durch Orth mit Astrid und die Erkenntnis, dass Jimi Hendrix auf Fehmarn sein letztes Konzert gab. Highlight zum Schluss: Die Besichtigung des Toilettenhäuschens. Hier darf man das Klopapier in die Schüssel tun, kaum zu glauben. Und es wankt rein gar nichts. Wahnsinn! Abends gibt’s dann noch Plauderbesuch vom Nachbarboot und die Pläne für morgen: putzen, waschen, duschen. Was für wunderschöne Tage mit der weltbesten Besatzung. Danke Astrid, Dieter, Heidi und Martina!

PS: Ich war überhaupt nicht seekrank, wie toll ist das denn.

Text: Carmen Vallero

Schöner Urlaub

Die letzte Etappe startet gut, schon die Anreise klappt super. Martina und Heidi warten in Rostock am Bahnhof, ich bin mit Ulis Auto angereist. Wir essen beim Italiener am Hafen, kaufen ein und sind pünktlich an der Fähre. Die Überfahrt ist kurzweilig: Rostocker Hafen bei Nacht, ein Bier an Deck, dann eine Mütze Schlaf im Pullman Seat. Pünktlich um 6 Uhr legen wir in Trelleborg an und sind kurz nach 9 Uhr in Karlskrona. Die ANUK-Crew hat Frühstück vorbereitet.

Wir verbringen den ersten Tag im Hafen mit ankommen, auspacken, Nachbarn helfen. Die SCHLÜSSEL VON BREMEN liegt gegenüber am Steg und hat kein Diesel mehr. Wir leihen Dinghy und Kanister aus. Abends besuchen wir uns gegenseitig, besichtigen die Schiffe und plaudern.

Donnerstag geht’s dann los. Erst gemütlich, dann mit frischem Wind gerefft bis nach Ekenäs (Ronneby). Wir quetschen uns in eine kleine Box für max. 3,80 m breite Boote, die Fingerstege reichen gerade bis mittschiffs. Mit leichtem Wind von vorne entscheiden wir, dass das okay ist. Beim online bezahlen muss ich schummeln und die Schiffsbreite anpassen. Anne und Konstantin kommen zu Besuch. Netter Abend, Anne erzählt vom Leben in Schweden und ich bedauere, dass die Zeit fehlt, sie in ihrem Haus inlands zu besuchen. Freitag motoren und segeln wir durch die Inselwelt nach Tjärö. Eine wunderschöne Ferieninsel mit Fähre zum Festland.

Wir würden gerne noch wochenlang hier rumcruisen und Inseln ansehen. Aber Wind und Wetter sind günstig für die Weiterfahrt. Früh um 6 Uhr starten wir Richtung Bornholm/Christiansö. Einige Meilen unter Motor, dann volle Segel, später mit 2. Reff und ordentlich Seegang. Die Hafeneinfahrt ist eng und recht flach, ANUK schlägt fast quer und ich freue mich über ausreichend PS zum Beschleunigen. Im Hafen ist es ruhig, aber auch eng. Nach etwas Hin und Her legen wir auf Frederiksö an, mit Heckboje und Bug im Wind. Stefan und Heiner von der NASHIRA (liegt auch in Orth) nehmen die Leinen an. Super Service! Wir wollen den längsseits liegenden Schiffen (max. 12 m) nicht unsere 16 t bei voller Windlast zumuten. Es frischt noch etwas auf und wir sind froh, hier zu sein. Nachmittags bringt die Fähre die Tagesgäste zurück und es kehrt Ruhe ein. Wir wandern auf beiden Inseln und machen Fotos. Alle finden es sehr, sehr schön hier. Abends gehen wir mit der NASHIRA-Crew sehr lecker essen. Danach passiert nicht mehr viel, alle sind hundemüde.

Nach einem sonnigen Tag auf den wunderschönen Inseln geht es Sonntagabend weiter. Wir nutzen den passenden Wind für die Überfahrt nach Sassnitz. Martina meckert zwar, da sie eigentlich keine Nachtfahrt machen will. Sie wird für die 00:00-04:00 Uhr-Wache mit Dieter eingeteilt und übersteht alles prima. Der erste Teil der Nacht ist durch den Mond wunderbar hell, später ziehen Wolken davor. Aber es wird ja ab 04:30 schon wieder langsam hell. Sassnitz schenkt uns einen schönen sonnigen Tag. Es ist ungewohnt wuselig und voller Leute. Wir haben Glück, dass wir erst heute hier ankommen. Bis Sonntag war hier die Sail GP (Segel Grand Prix), Formel 1-Segeln mit Geschwindigkeitsrekord von rund 107 km/h. Am Ufer stehen riesige Tribünen und der Stegnachbar berichtet von 150 € Liegegebühr.

Nächstes Ziel ist Hiddensee. Bei Kaiserwetter motoren wir an der Küste entlang am Kaiserstuhl vorbei, können später segeln und ankern hinterm Dornbusch vor Kloster. Das Dinghy bringt uns zu viert sicher an Land. Wir verbringen den Nachmittag an Land an unterschiedlichen Orten und können abends noch lange an Deck sitzen. Der angekündigte Starkwind ist inzwischen abgeschwächt für später angesagt. Hoffe, dass die Vorhersage (DWD, ECMWF) passt und GFS falsch liegt.

Mittwoch früh gibt es Verzögerungen, da der Motor streikt. Luft im System muss erst beseitigt werden, Ursache unklar. Ich bin etwas besorgt … Aber nach einem schönen Segeltag erreichen wir am Nachmittag Prerow und legen ohne Probleme im neuen Nothafen an. Ich hatte uns Liegeplatz Nr. 1 reserviert, gerade so lang genug und mit 4,50 m Breite genau passend. Der Wind hat auf 5 Bft. aufgefrischt und wird am Abend noch etwas zulegen. Im Hafen liegen wir gut geschützt, die Einfahrt ist eng und bei Sturm stelle ich es mir etwas verwirrend und herausfordernd vor. Nach etwas Hafenkino und einigen Schwätzchen gehen wir in den Ort. Es ist proppenvoll und wir müssen eine Weile suchen, um was zum Abendessen zu finden. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Hunger zum Problem wird.

Die Prognosen schwanken weiterhin, doch wenn wir unterwegs sind, passt es. Schönes schnelles Segeln nach Warnemünde (dort ganz viele Leute getroffen und neues Crewmitglied Carmen zugestiegen).

zuletzt: Boltenhagenbucht

Visby und Kalmarsund

Mit der kleinen Crew der Etappe 7 besuchen wir Visby und erkunden die Stadt zwei Tage lang. Den Hin- und Rückweg können wir mit gutem Wind gut segeln. Von Visby aus haben wir auch einen wunderbaren Blick auf die Sonnenfinsternis. Jörg hat daran gedacht ein Schweißglas mitgebracht, so dass wir unsere Augen gut geschützt sind.

Dann liegt der Klamarsund vor uns. Wir nutzen Wetterfenster, um nicht zu viel kreuzen zu müssen. So bleibt Zeit für Ankerbuchten, Paskalavik und meinem Lieblingsort Pataholmen. Von Pataholmen rauschen wir an einem Tag bis Sandhamn. Wir liegen hinter einer Garcia Exploration, ANUK sieht richtig klein aus gegenüber ihrer neueren Schwester. Zum Abschluss ankern wir noch einmal vor Karlskrona.

Viel zu schnell sind die 10 Tage um, mit für ANUKs Verhältnisse sehr gutem Verhältnis von gesegelten zu Motoren Seemeilen.

Text: Uli

Bullerbü und Schärengarten

Unser Crewwechsel findet diesmal mit dem Auto statt. Helga und ich übernachten noch einmal auf der Lina und starten früh. Nachdem wir Thomas und den alten Bulli in Kalmar eingesammelt und den einen (nämlich den Bulli) am Flugplatz Arlanda geparkt haben, schaffen wir es kurz nach Mitternacht bis Gävle und müde in die Kojen.

Zwei Tage in Gävle reichen dann auch, um die schönen Ecken der Stadt zu entdecken. Die wenigen kleinen Straßen mit alten Holzhäusern, die nicht den vielen Bränden zum Opfer gefallen sind, wirken zwischen den modernen Bauten tatsächlich wie ein „städtisches Bullerbü“.

Nach zwei Tagen Richtung Süden erreichen wir die Stockholmer Schären, den Skärgård. Wir lassen uns Zeit und genießen die ganz unterschiedlichen Buchten und Orte.

Captain Uli steht ein wenig unter Druck, nachdem sie die Ålands wegen der Wettervorhersage kurzerhand vom Törnprogramm gestrichen hat. Die Ziele der nächsten Tage müssen nun also mindestens genauso schön sein. Kleiner Vorteil: Die Mehrheit an Bord kennt die Ålands nicht genauer.

Da die schwedischen Schulferien erst am 10. August enden, ist es noch recht voll. Trotzdem finden wir immer ein Plätzchen, wenn auch fast nie ganz für uns allein. Dafür treffen wir Lore und Peter mit ihrer Orion, Jan-Peter und Karoline mit Moni 6 und lernen die Crew der Despina kennen. Gegenan zwischen den Inseln und in engen Fahrwassern zu segeln, klappt leider selten. Umso angenehmer ist es, dass wir nur kurze Strecken zurücklegen müssen.

Wir sind zu siebt an Bord – genug Crew also, um ANUK, wenn möglich, mit Heckanker und Bug an den Felsen festzumachen. Die Manöver klappen gut, auch wenn freies Ankern deutlich einfacher ist und die besten Felsenplätze meist schon belegt sind.

Am Ende ergibt sich eine offenbar gelungene Mischung aus Buchten und Bullerbü-Ortschaften wie Arholma, Ingmarsö, Gällnö, Kymendö, Huvudskär/Alandskär und Harstena.

Von Arholma, unserem ersten Stopp im Stockholmer Schärengarten (Skärgård), ist die Crew so begeistert, dass sie am liebsten länger geblieben wäre. Ingmarsö und Harstena punkten beide mit leckeren Kanelbullar aus den örtlichen Bäckereien – davon kann nicht nur Captain Uli kaum genug bekommen. 

Kymendö ist unsere zweite Schäre mit Festmachen am Fels – hier auch mit steilem Ausstieg auf die Insel. Außer dem kleinen Ort mit Laden und Café (Schild: „Affären“ – dem muss man folgen!) gibt es auf der Insel die Schreibstube von August Strindberg, der hier eine Hütte hatte. Nachdem er sein Buch geschrieben und veröffentlicht hatte, war er nicht mehr erwünscht – er hat wohl ein paar Dinge zu realitätsnah beschrieben …

Einen schönen Kontrast dazu bildet die „Bullerbü“-Außenschäre Huvudskär, die wir trotz Wind gemeinsam mit Moni 6 besuchen.

Das Ankermanöver dort zieht sich gefühlt über Stunden hin – in Echtzeit immerhin eine ganze Stunde – und setzt der Crew ordentlich zu.

ANUK liegt vor Anker, Moni 6 fährt Kreise, und Helga und Matthias machen sich mit Leinen im Dinghy auf den Weg ans Ufer. Dort sollen sie die Vorleinen für ANUK und Moni 6 vorbereiten. Das Anlanden fällt den beiden schwer: Die Felsen sind blank, und der leichte Schwell hat sie nass und rutschig gemacht. Von Bord aus können wir die ausführlichen Diskussionen der beiden über das weitere Vorgehen vor jedem Schritt sehr gut – und zunehmend ungeduldig – verfolgen.

Leider halten unsere Heckanker am Ende nicht, sodass ANUK schließlich frei am Hauptanker liegt; Moni 6 kommt längsseits. Immerhin lässt der Wind nach, und die Insel kann mit dem Dinghy erkundet werden. Die Hauptinsel Huvudskär ist inzwischen nicht mehr ganzjährig bewohnt. Es gibt eine Jugendherberge, ein kleines Museum, kein fließendes Wasser und Trockentoiletten. Früher lebten hier über 100 Menschen; es gab eine Schule und ein Postamt. Ihr Auskommen fanden die Bewohner mit Fischfang, in der Lotsenstation oder als Zöllner.

Das kleine Museum gibt einen Einblick in die Geschichte der Insel:

1450 werden die Fischereibestimmungen auf Huvudskär niedergeschrieben, die später für alle königlichen Fischerdörfer des Skärgårds gelten. Nachdem russische Truppen 1719 alle Häuser und die Kapelle niedergebrannt haben, wird das meiste wieder aufgebaut. 1832 entsteht ein Lotsenausguck-Haus. Weiß gestrichen ist es von See aus gut sichtbar und dient als Seezeichen. 1880 wird Huvudskär schließlich ein eigener Lotsenstandort. Zwei Jahre später wird der erste Leuchtturm fertiggestellt; zwei Leuchtturmwärter nehmen ihren Dienst auf und wohnen mit ihren Familien im Leuchtturmwärterhaus. 1884 sind laut Melderegister 39 Personen verzeichnet, es gibt 20 Schulkinder. Zunächst startet eine provisorische Schule, die zehn Jahre später auch ein eigenes Schulhaus bekommt.

1885 arbeiten 116 Lotsen am Standort. Das 1887 fertiggestellte Zollhaus dient heute als Jugendherberge. 1899 eröffnet die Poststation, die 1916 wieder schließt. 1912 sind nur noch 59 Lotsen hier beschäftigt; ab 1925 wird die Zollstation nicht mehr besetzt, und 1930 schließt die Schule. Die erste Landgangscrew berichtet, dass sich am Vortag die Eigentümer der alten Häuser getroffen haben – gut 30 Familien.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Familien auf so kleinen, abgeschiedenen Flecken gelebt und ihr Auskommen gefunden haben. Welch ein Aufwand muss es gewesen sein, Baumaterial, Heizmaterial und Lebensmittel auf die Insel zu bringen. Die oben genannten Zahlen machen das eindrücklich deutlich.

Schweren Herzens verabschieden wir uns mit einem langen Schlag Richtung Västervik vom Stockholmer Skärgård. 

Nächstes Ziel wird Harstena: wieder das reinste Bullerbü, mit Museum mit alten Kleidungsstücken, Schlitten, einer alten Küche und Lebensmitteln, einem alten Boot in der Trankocherei und großen Bottichen. In einem alten Schwarzweiß-Film wird das altertümliche Leben der Robbenjagd auch gezeigt, in einem alten Schulraum für ca. 30 Kinder, in dem Graham sich mit der Lehrerin anfreundet – leider nur einer Puppe. Währenddessen sorgt Ecki dafür, dass wir keine Kanelrulla mehr bekommen– die Bäckerei ist komplett ausverkauft, als wir nach dem Museum dorthin ankommen. Sie wurden aber an Bord gesichert …

Wir ankern noch einmal vor Västervik und laufen am Morgen dort ein, bevor mittags die Wechselcrew anreist.

Was gibt es sonst noch aus unserem Bordleben zu berichten? Dieses Jahr wurde wenig gesucht, die Medikamenteneinnahme funktionierte überwiegend ohne Erinnerungen, und dank Graham mussten alle am Englischkurs teilnehmen. Unser Lehrer Graham hat das geduldig ertragen – und überlebt. Sogar Sprüche und reichlich Scherze haben funktioniert.

Alle waren Frühaufsteher – einige aber nur notgedrungen: Um 06:00 Uhr sprangen sie kurz nach mir aus den Kojen – etwas ungewohnt für Uli. Sogar Thomas stand vor 7 Uhr freiwillig auf und ging schwimmen, um dem Aufwach-Effekt des wunderbaren Kaffees nachzuhelfen. Graham staunte jeden Morgen aufs Neue, dass er eine Stunde lang eine Kanne Kaffee nach der anderen produzieren durfte. Aber auch unser English-Man trank mehr Kaffee als Tee.

Die Verletzungen blieben überschaubar: blaue Flecke, geprellte Rippen und nur ein entzündeter Insektenstich zum Abschluss der Etappe. Naja, und das übliche für Menschen, die eine normale Stehhöhe haben: immer wieder unerwartetes Rumsen an die Decke, den Türrahmen, den Niedergang – aber das kennen wir ja schon. Mücken gab es erstaunlich wenige, wenn überhaupt nur abends zum Sonnenuntergang.

Es war die ganze Zeit warm und überwiegend sonnig: tagsüber über 20 °C, Wassertemperatur 18 bis 19 °C – herrlich.

Jetzt sitze ich hier, die Crew der Etappe 7 kriecht langsam aus den Kojen – wir wollen um 08:00 Uhr los –, und ich tippe verspätet diesen Blogbeitrag.

Leider habe ich den Fehler gemacht, die letzte Crew ohne fertigen Blogbeitrag abreisen zu lassen. Der Bitte, noch etwas nachzuliefern, ist außer Graham und Thomas leider niemand nachgekommen.

Text: Thomas, Uli

Anuk is planning to sail to Patagonia next year

Anuk is planning to sail to Patagonia next year, and maybe continue to Antarctica. Uli and Astrid have had a lot of cold weather experience in their years of sailing in high latitudes, so I am confident that this plan is achievable.
Thirty years ago, I sailed to Commonwealth Bay from Hobart and I thought that you might be interested in a story about the kind of things that happen when you’re not so experienced. There were three of us involved: David Hempleman-Adams, who had just walked to the South Pole, solo and unsupported, my partner Rebecca Stephens, who had become the first British woman to climb Mount Everest, and me. All three of us had climbed Everest in 1993 and were looking for a different kind of expedition.
“Why don’t we go and look for the South Magnetic Pole?” said Dave. “It’s in the Southern Ocean.”
This seemed a crazy idea. The Southern Ocean is a savage sea. How would we avoid the icebergs? And what was the South Magnetic Pole, anyway? I found out it is the one place where all the compasses in the world don’t point to. It is an imaginary place, and it roams around the ocean off the coast of Antarctica like the lonely albatrosses that live there.
We met the professional crew in Hobart in Tasmania. And we met Spirit of Sydney. She is a famous 60-foot aluminium-hulled ex-racing yacht designed by Ben Lexcen, the same designer behind Australia’s historic America’s Cup-winning Australia II. Originally launched by Australian Prime Minister Bob Hawke, she became famous when Ian Kiernan sailed her solo around the world, securing 4th place in the gruelling 1986 BOC Challenge Race. She had also competed in the Sydney to Hobart race. We set off three times before the yacht was ready. We forgot the milk. We forgot the fax paper for the weather forecasts. We forgot the gas. None of this should happen on Anuk, as we have lists!
On the voyage I could see daylight coming through pinholes in the hull where the aluminium hull was being eaten by electrolytic corrosion. Sea water was coming in.
The mainsail ripped when ice froze inside the reefed half. The ice became so thick on the decks we had to chip it off with ice axes. And the fresh water in the tanks froze when we sailed through seawater below minus one Celsius.
During one storm a big wave came on board in the night and washed away the liferaft, which had been tied on deck. Again, this should not happen to Anuk, as her liferaft is contained inside a compartment on the stern.
We had been given a bunk in the forepeak, and we were slamming the waves so hard that I was being bounced in my bunk until I hit the ceiling. For the first time in my life I sustained an injury in bed.
Cooking was good exercise, dancing the hornpipe in front of the gas stove and juggling the pots and pans. The three watches had a long-running competion to see who could cook the most elaborate dishes, and so we ate roast New Zealand lamb, roast potatoes and hot desserts with custard. We overdid this and ran out of gas at the end, resorting to a camping stove in the cockpit for the last few days.
But we arrived at Commonwealth Bay in Antarctica after two weeks of sailing. We tied a long rope to the icy shore and ran the dinghy along it for safety: Australia was 1500 miles to the north if the dinghy got blown off course. We saw penguins and Elephant seals, walked inside Mawson’s Hut and trekked with our heads bowed against the high winds. The record wind speed here is 320 km/h (approx. 200 mph), a great place for a gentle sailing holiday.
When we pulled up the anchor it had a great ball of ice frozen to the chain. I put the ice axe wrist leash on my wrist (a big mistake) and leaned over to knock the ice off. Three things happened at once. 1. The ice axe became embedded in the ice. 2. The ice fell off the chain. 3. I was pulled over the rail. Luckily Rebecca and Dave grabbed my feet as I shot over the side. Lesson learned: don’t put on the wrist leash!
And we found the Magnetic South Pole on 20 February 1996. It was a patch of ocean like all the rest. But above our heads the Southern Lights waved and shimmered like a huge green curtain hanging down from space.
And the most memorable part? I will never forget the day we three Everest climbers were crouched in the cockpit. We had a 65-knot gale (120 km/h), which is called violent storm force 11. Our mainsail had just ripped for the second time. I was steering, and it was very exciting at 14 knots. We were planing down the backs of waves that we estimated at 15 metres high. Everything seemed to be happening in slow motion. We agreed later that we had never felt more alive.
I hope to go on Anuk to Antarctica again, but I’m quite sure that it will be better planned!


Text: Graham Hoyland

Ein Tag in Reimen

Ablegen
5 Uhr 40, Wecker klingelt
der böse Ton zum Aufstehn
lieg in der Koje ganz geringelt
Ich wollt, ich wär ein Ren:
Dann könnt ich lassen und tun
wonach mir die Sinne stehen
Vielleicht eine Weile muhn
oder ein bisschen gehen,
die Nase in den Wind halten,
zwischendurch was leckeres knabbern …
so würd ich  mir den Tag gestalten

Stattdessen …
Augen auf, raus aus der Koje
schnell in die Klamotten rein
eine Person steht wie ne Boje
steht mitten im Weg, kein …
Durchkommen, Blockade unter Deck.
Die Zeit, die Zeit rennt und rennt
Mach Platz, geh endlich weg
Irgendwie bin ich verklemmt
wir ham doch wichtige Termine
mit einem Schiffsbedarfs-Ausstatter
oder ist es eine Ausstatterine?
Oh, das Gendern … ratter ratter
klappt zu dieser frühen Stunde
auch nur so semi, Kopf noch aus
Schwimmweste an, Blick in die Runde
schnell auf das Deck hinaus
Skipperin, was soll ich tun?
Steh nutzlos in der Gegend rum
und würd doch lieber weiter ruhn.
Motor an, Leinen los, mach mich krum.
… und wir fahren los …

6 Uhr Abgelegt
Skipperin sagt, geh mal runter,
mach uns Kaffee, mach uns munter
Also, mach ich‘s, weil ich‘s kann
den tricky Petroleum-Herd an.
schau der Flamme verschlafen zu
und sage leise ich zu mir „Muh!“

Unterwegs
Kein Wind in Sicht, wird auch nicht kommen.
Der Motor juckelt vor sich hin.
Bin doch zum Segeln her gekommen,
nicht, um auf ner Motoryacht zu sin!
Kurs Süd-West, Autopilotin steuert
halte Ausschau, gucke rum,
Ob irgendwo irgendetwas läuert.
Aber nix los auf dieser See,
gucke dumm …
… herum …

Weiter unterwegs
Der Motor röhrt so vor sich hin
Kühlwasser sprotzelt hinten raus
Jetzt gibt’s sogar ein bisschen Wind.
Zwei Segler vorn voraus.
Die Briese ist nur seicht und schwach
… aber … Ach …
Es ist die falsche Richtung,
die Segler*innen in Sichtung
kommen uns entgegen
sie haben – welch ein Segen –
den Wind gemütlich von achtern.

Was würd ich dafür tun,
führe uns der Kurs auch nordwärts
Ich würd nicht mehr muhn,
ohne diesen ganzen lauten Terz
mit dem Motor-Geröhre …
Und ick janz Berlina Göre
sage wieder leise zu mir „Muh!“

Immernoch unterwegs
Skipperin sagt, „wir ham Wind!
Da könnten wir ja doch geschwind,
das Groß befreien von der Persenning
und ein, zwei Kreuzschläge probieren.“

Gesagt, getun, getan, getäten,
ich strecke meine müden Gräten
und bereite hoffnungsfroh,
all das Nötige bevor.
Als alles b‘reit war für den Wind,
war der wie’n trotziges Kind
wieder eingeschlafen
… und weg …
… wat für‘n Dreck.
Und so röhrt der Motor weiter
und ich überhaupt und gar nicht heiter,
weiß nicht, was ich tu,
sage leise zu mir „Muh!“

Hafenkino
Da ham wa festgemacht an einer Pier.
Und dann – oh Schreck – was sehen wir?
Ein Kran!
Und da kommt schon ein Boot
Die letzte Lein‘ grad fest mit Knot.
Wir müssen weg von hier, geschwind
Und was macht jetzt der blöde Wind?
Drückt die ANUK an die Pier.
Wie kommen wir jetzt weg von hier?
Skipperin überlegt,
weiß genau, wie das jetzt geht:
Um‘s Eck ist noch ein freier Steg
Eine macht sich auf den Weg,
mit einer laaaaaaangen Leine,
um das Schiff herum zu ziehen.

Dann wird gezottelt und gezogen.
Und ich sag es ungelogen,
auch Rufe sind hier mit im Spiel,
Gezogen wird nun wirklich viel
Leinen lose, Leinen fest,
Wind weiter aus Südwest
Eine zweite Leine noch dazu.
Und damit ist dann Flux im Nu
mit Maschine und noch andern
die ANUK am Wandern
… zum Bestimmungssteg
… bewegt

ANUK hat jetzt erstmal Pause
… und Ruh!
Wir sagen „Wat für ne Sause!“
… und „Puh!“

Im Reim-Rausch hatte Carola eigentlich vor, auch den Rest des Tages noch zu verdichten, aber es ging die Inspiration aus.

Als Nachtrag noch soviel: Wir konnten doch an dem Tag eine Stunde segeln (Muhn war also nicht mehr nötig!) Und am Ende des Tages fiel Ursula frisch aus der Sauna beim Übersteigen ins Wasser. Zum Glück hat sie sich dabei nicht verletzt. Der Bootsnachbar hat Ursula zum Aufwärmen zu einem Whisky eingeladen und wir anderen tranken auf den Schreck einen guten Rum von Lore und Peter, der eigens für die Reifung in Fässern über den Ozean geschippert wurde.

Anmerkung zu der Dichterei: Carola bittet im Zuge dichterischer Freiheit, zu akzeptieren, dass Rentiere zumindest Muh-ähnliche Geräusche machen könnten.

Höga Kusten

Trysunda ist eine beschauliche, wundervolle Ferieninsel. Wir lassen uns Zeit, durch den Wald zu laufen und alle Strände zu besuchen.

Tina und ich tauschen auf der ANUK an den WC-Pumpen noch die mit Urinstein zugesetzten Gummidichtungen und Ventile aus. Die Baustelle braucht mehr Zeit als gedacht. Während das WC achtern schnell wieder einsetzbar ist, wird uns das WC im vorderen Bad noch die nächsten Tage beschäftigen. Zwei Schrauben drehen durch, so dass sich die Pumpe nicht mehr befestigen und abdichten lässt. Die Baustelle muss unvollendet warten, gegen 18 Uhr legen wir ab und zwei Inseln weiter auf Mjältön in der Baggviken wieder an.

Am nächsten Tag wandern wir zum Gipfel – toller Weg, tolle Aussichten (seht euch die Bilder an!).

Nicht alle, denn Gunter läuft vor und landet woanders. Er besucht unfreiwillig noch andere Buchten, so dass wir etwas warten müssen. Ich nutze die Zeit zum Motorcheck und darf mir die Wartezeit mit Reparaturarbeiten vertreiben. Die Halterung des Dieselfilters ist gebrochen, so dass dieser unbemerkt abgefallen ist und zwischen Kabeln und Gaszug hing. Ließ sich mit Bordmitteln reparieren.  

Um Ersatzteile für das Klo zu bekommen (und auch unsere Vorräte aufzufüllen) legen wir einen Zwischenstopp in Sundsvall ein. Der Einbau beschäftigt uns den ganzen nächsten Tag. Das Fußstück ist mit 4 Schrauben befestigt, von denen eine bereits abgerissen war und bei der Demontage noch eine zweite abreißt. Gegen Abend können Uta und ich Erfolg vermelden. Zwischenzeitlich war ich kurz davor, ein vermeintlich vernünftiges WC-Modell für 1800 € zu bestellen, statt mich zukünftig nochmal über ein Jabsco-WC ärgern zu müssen.

Die Höga Kusten sind wunderschön, das Wetter meint es gut mit uns. Leider fehlt uns die Zeit alle Inseln und Buchten zu besuchen. Wir verbringen noch 2 Abende mit Lore und Peter von der SY ORION. Es ist schön, sich unkompliziert zu treffen und zu plaudern. So nach und nach können fast alle Wünsche erfüllt werden: Funken, schwimmen, Blaubeeren essen, Sauna, Grillen.

Haparanda und dann südwärts

Nächstes Ziel ist Haparanda, ein kleines Städtchen an der Grenze zu Finnland. Wir starten unter Motor, können etwas mit dem Genacker segeln und kommen gegen 21:30 Uhr an. Ankunftszeit ist egal … wird ja nicht dunkel. Auch hier gibt es am Hafen einen WoMo-Stellplatz mit zum Teil gigantischen Gefährten, halbe Häuser werden hier bewegt. Das alte Hafengebäude ist mit Self-Checkin: schriftliche Anleitung, Buch zum Eintragen, Karten-Terminal zur Überweisung der Liegegebühr. An der Decke hängen Vereinsstander von überall her. Der Hafen (Haparanda Havn) liegt rund 20 km westlich der Stadt. Wir fahren am nächsten Tag mit dem Bus in das kleine Städtchen. Es nieselt etwas, später kommt die Sonne durch. Ein Fluss trennt Haparanda von Tornio, der etwas größeren Stadt auf finnischer Seite. Beim ersten Grenzübertritt merken wir gar nicht, dass wir bereits drüben sind. Wir schlendern vor allem durch den finnischen Teil der Altstadt, ich besuche das Regionalmuseum, später treffen wir uns alle an der Strandbar und liegen auf großen Holzstühlen in der Sonne. Der 17:15 Uhr Bus bringt uns zurück zum Hafen. Der Plan, noch einen Ankerplatz anzulaufen wird verworfen. Wir verbringen einen gemütlichen Abend an Bord.

Am nächsten Morgen geht es früh los und wir segeln zurück bis kurz vor Luleå. Unsere angepeilte Bucht ist voll und zu eng, wir fahren daher weiter bis Junkön und finden einen guten Ankerplatz an der NE-Ecke. Auch hier war mir der Hafen bei 5-6 Bft zu voll und eng, um reinzufahren.

In den nächsten zwei Tagen machen wir einen großen Schlag gen Süden. Am ersten Tag müssen wir leider viel motoren, nachts erfreut uns der Sonnenuntergang mit großartigem Spektakel in verschiedensten Rottönen. Es sieht aus, als wenn der Himmel brennt. Danach frischt es auf und wir können mit gereffter Genua zügig segeln. Nach 188 sm erreichen wir Trysunda.

Im Norden

Die Crew für Etappe 5 reist auf unterschiedlichsten Wegen an und kommt nach und nach an Bord. Gunter und Carola sind schon ab Mittwoch Mittag da, erkunden Luleå und Umgebung. An diesem Wochenende findet ein Festival statt: Schon die Crew der Etappe 4 kam in den Genuss von verschiedensten Fahrgeschäften, Musik auf mehreren Bühnen und Ständen mit … Zeug, vor allem Fußball-Trikots.

Die ersten an Bord helfen die Deckwaschanlage in Betrieb zu nehmen, säubern die Ankerkette und ersetzen fehlende Markierungen. Später werden Lebensmittel und Getränke besorgt und verstaut. Montag sind wir startklar. Nach der Einweisung steuern wir erstmal die Tankstelle an und füllen den halbleeren Dieseltank auf. Auch wenn wir unbedingt viel Segeln wollen, ist es besser den Tank voll zu haben.

Ziel für den ersten Tag ist Töre. Bei Sonne und leichtem Wind segeln wir durch die Inselwelt. Ein toller erster Tag, bestes Eingewöhnungswetter. Rasmus bekommt den obligatorischen Schluck Rum und wir schließen den Gutwetterpakt. Den nördlichsten Punkt der Ostsee erreichen wir gegen 22:30. Für ein Selfie klettern alle auf die Tonne und jede/r posiert noch einzeln. ANUK wartet kurz angebunden geduldig und kurz nach 23 Uhr liegen wir dann am Steg außen an. Fast Mitternacht ist es hier, kurz unterhalb des Polarkreises noch immer taghell. Der Himmel leicht rosa eingefärbt.

Wie in vielen Häfen hier oben, ist der Töre Havn an einem Campingplatz gekoppelt. Am nächsten Morgen spricht Gunter mit einer Camperin, die ihm verwundert erzählte, „Am Abend zuvor hatte ein Schiff an so’ner großen Boje festgemacht hatte, und dann haben die da 20 Min Foto-Session gemacht. Leude gibt’s!“ 😉

Der Norden gefällt uns allen super. Schon nach kurzer Zeit bin ich wehmütig, denn von jetzt ab wird es nur noch südwärts gehen. Ich werde die hohen Breiten, die Landschaft, die entspannten Menschen hier vermissen.