Schöner Urlaub
Die letzte Etappe startet gut, schon die Anreise klappt super. Martina und Heidi warten in Rostock am Bahnhof, ich bin mit Ulis Auto angereist. Wir essen beim Italiener am Hafen, kaufen ein und sind pünktlich an der Fähre. Die Überfahrt ist kurzweilig: Rostocker Hafen bei Nacht, ein Bier an Deck, dann eine Mütze Schlaf im Pullman Seat. Pünktlich um 6 Uhr legen wir in Trelleborg an und sind kurz nach 9 Uhr in Karlskrona. Die ANUK-Crew hat Frühstück vorbereitet.
Wir verbringen den ersten Tag im Hafen mit ankommen, auspacken, Nachbarn helfen. Die SCHLÜSSEL VON BREMEN liegt gegenüber am Steg und hat kein Diesel mehr. Wir leihen Dinghy und Kanister aus. Abends besuchen wir uns gegenseitig, besichtigen die Schiffe und plaudern.
Donnerstag geht’s dann los. Erst gemütlich, dann mit frischem Wind gerefft bis nach Ekenäs (Ronneby). Wir quetschen uns in eine kleine Box für max. 3,80 m breite Boote, die Fingerstege reichen gerade bis mittschiffs. Mit leichtem Wind von vorne entscheiden wir, dass das okay ist. Beim online bezahlen muss ich schummeln und die Schiffsbreite anpassen. Anne und Konstantin kommen zu Besuch. Netter Abend, Anne erzählt vom Leben in Schweden und ich bedauere, dass die Zeit fehlt, sie in ihrem Haus inlands zu besuchen. Freitag motoren und segeln wir durch die Inselwelt nach Tjärö. Eine wunderschöne Ferieninsel mit Fähre zum Festland.




Wir würden gerne noch wochenlang hier rumcruisen und Inseln ansehen. Aber Wind und Wetter sind günstig für die Weiterfahrt. Früh um 6 Uhr starten wir Richtung Bornholm/Christiansö. Einige Meilen unter Motor, dann volle Segel, später mit 2. Reff und ordentlich Seegang. Die Hafeneinfahrt ist eng und recht flach, ANUK schlägt fast quer und ich freue mich über ausreichend PS zum Beschleunigen. Im Hafen ist es ruhig, aber auch eng. Nach etwas Hin und Her legen wir auf Frederiksö an, mit Heckboje und Bug im Wind. Stefan und Heiner von der NASHIRA (liegt auch in Orth) nehmen die Leinen an. Super Service! Wir wollen den längsseits liegenden Schiffen (max. 12 m) nicht unsere 16 t bei voller Windlast zumuten. Es frischt noch etwas auf und wir sind froh, hier zu sein. Nachmittags bringt die Fähre die Tagesgäste zurück und es kehrt Ruhe ein. Wir wandern auf beiden Inseln und machen Fotos. Alle finden es sehr, sehr schön hier. Abends gehen wir mit der NASHIRA-Crew sehr lecker essen. Danach passiert nicht mehr viel, alle sind hundemüde.





Nach einem sonnigen Tag auf den wunderschönen Inseln geht es Sonntagabend weiter. Wir nutzen den passenden Wind für die Überfahrt nach Sassnitz. Martina meckert zwar, da sie eigentlich keine Nachtfahrt machen will. Sie wird für die 00:00-04:00 Uhr-Wache mit Dieter eingeteilt und übersteht alles prima. Der erste Teil der Nacht ist durch den Mond wunderbar hell, später ziehen Wolken davor. Aber es wird ja ab 04:30 schon wieder langsam hell. Sassnitz schenkt uns einen schönen sonnigen Tag. Es ist ungewohnt wuselig und voller Leute. Wir haben Glück, dass wir erst heute hier ankommen. Bis Sonntag war hier die Sail GP (Segel Grand Prix), Formel 1-Segeln mit Geschwindigkeitsrekord von rund 107 km/h. Am Ufer stehen riesige Tribünen und der Stegnachbar berichtet von 150 € Liegegebühr.
Nächstes Ziel ist Hiddensee. Bei Kaiserwetter motoren wir an der Küste entlang am Kaiserstuhl vorbei, können später segeln und ankern hinterm Dornbusch vor Kloster. Das Dinghy bringt uns zu viert sicher an Land. Wir verbringen den Nachmittag an Land an unterschiedlichen Orten und können abends noch lange an Deck sitzen. Der angekündigte Starkwind ist inzwischen abgeschwächt für später angesagt. Hoffe, dass die Vorhersage (DWD, ECMWF) passt und GFS falsch liegt.









Mittwoch früh gibt es Verzögerungen, da der Motor streikt. Luft im System muss erst beseitigt werden, Ursache unklar. Ich bin etwas besorgt … Aber nach einem schönen Segeltag erreichen wir am Nachmittag Prerow und legen ohne Probleme im neuen Nothafen an. Ich hatte uns Liegeplatz Nr. 1 reserviert, gerade so lang genug und mit 4,50 m Breite genau passend. Der Wind hat auf 5 Bft. aufgefrischt und wird am Abend noch etwas zulegen. Im Hafen liegen wir gut geschützt, die Einfahrt ist eng und bei Sturm stelle ich es mir etwas verwirrend und herausfordernd vor. Nach etwas Hafenkino und einigen Schwätzchen gehen wir in den Ort. Es ist proppenvoll und wir müssen eine Weile suchen, um was zum Abendessen zu finden. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Hunger zum Problem wird.
Die Prognosen schwanken weiterhin, doch wenn wir unterwegs sind, passt es. Schönes schnelles Segeln nach Warnemünde (dort ganz viele Leute getroffen und neues Crewmitglied Carmen zugestiegen).




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