Midsommar näherte sich schnell und so rasten wir dem in Aussicht genommenen Ziel Sundsvall, der nächsten größeren Stadt, entgegen. Dass wir diese nie erreichen würden war uns da noch nicht klar. Ein schöner Motortag bei Nordwind lag vor uns, die Sonne schien und am späten Nachmittag erreichten wir Galtström. Eine alte Eisenverarbeitungsfabrik, deren Kai mit Mitteln der EU zum Wohnmobilstellplatz und Anlegeplatz umgebaut wurde. Wir trafen dort auf einen Kanadier, der unsere Pläne, Midsommar in Sundsvall zu verbringen, zum Einsturz brachte – so toll sollte das nicht sein. Er musste es wissen, er kam schließlich von da und seine Frau war gerade erst für Midsommar mit dem Rennrad von Sundsvall nach Galtström gefahren. Also blieben wir auch noch den nächsten Tag. In Galtström gibt es nicht nur den alten Anleger, sondern die Eisenhütte war zu einem Freiluftmuseum umgebaut worden, mit gar nicht so kleinem Restaurant. Dort wurde Musik gespielt, getanzt und so blieben wir an Midsommar dort und schauten uns das bunte Treiben der aufgeputzten Schwedinnen und Schweden an. Mittanzen wollte dann aber doch niemand von uns. Am Nachmittag brachen wir noch mit dem Schlauchboot zum benachbarten Hafen des Svenska Kryssarklubben auf einer kleinen Insel auf, wo sich schwedische Segler aus der Umgebung zu Midsommar treffen. Ein ortsansässiger Schwede gab uns dann noch Tips für die besten Häfen und Ankerbuchten bis nach Örnsköldsvik – diese deckten sich auffällig mit unseren Plänen nach Lektüre des Hafenführers. Nach Midsommar kam dann nicht nur Wind auf, sondern dieser kam auch noch aus der richtigen Richtung, so dass wir endlich mal einen Tag bei Vorwind und angenehmen Temperaturen an den falschen Ort segeln konnten. Härnösand stand – vollkommen zu recht, wie sich herausstellte – nicht auf der Liste der empfohlenen Orte, konnte aber mit frischem Essen und frischem Brot glänzen. Das konnten die übrigen Buchten der nächsten Zeit leider nicht und unsere Vorräte gaben das auch nicht mehr her. Nicht glänzen konnten wir mit dem Anlegemanöver mit Heckboje bei stark böigem Seitenwind – nach ungefähr 7 Versuchen mit einem dreimal an der Boje gebliebenen Bojenhaken vor vielen neugierigen Zuschauern haben wir es dann doch geschafft. Ansonsten haben wir dort Astrid getroffen (siehe Foto) und so schnell wie möglich am nächsten Morgen die Flucht ergriffen. Die führte uns über die sehr schöne Bucht von Lustholmen und die ebenso schöne und geschützte Bucht von Lövvik in das in alle Richtungen geschützte Häggvik. Die einzige ungeschützte Richtung erwischte uns dann mit einem heftigen Schauer von oben. Der Tag endete mit einem längeren Besuch in der Hafensauna, die wir ganz für uns allein hatten.   

Text: Bernhard, Karin, Norbert, Suse, Wolfgang