Steine im Kielkasten
Die Crew (Karin, Susanne, Norbert und Bernhard) und der Skipper (Wolfgang) trafen sich zwar auf dem gleichen Weg, aber am Sonntag und Montag zu unterschiedlichen Zeiten in Hudiksvall. Susanne und Karin wurden in Stockholm Zeuginnen des 50. Hochzeitstags des schwedischen Königspaars, inklusive vieler Soldaten in Paradeuniformen und eines Konzerts. In Hudiksvall empfing uns einerseits die Anuk, andererseits aber schlechtes Wetter, so dass wir am Dienstag noch mal die Metropole erkundet und die Vorräte aufgefüllt haben. Am Mittwoch schien endlich die Sonne, Wind blies zumindest anfänglich ein bisschen und so hieß es schließlich Leinen lösen, Motor starten und Segel setzen. Bis uns nach nicht mal einer Stunde eine Kiesbank nach der ersten Halse unerwartet bremste und den Schwenkkiel nach oben schob. Anuk ließ sich ohne weiteres und ohne Schäden befreien, der Kiel blieb aber oben und ließ sich weder mit freundlichen Worten noch mit Gewalt überreden, sich wieder nach unten zu bewegen. Das wirkte sich weder besonders positiv auf die Kursstabilität noch auf die Stimmung des Skippers aus, Anuk fuhr danach eher Schlangenlinien. Nachdem auch noch der Wind auf Nord drehte und langsam einschlief, sind wir ohne weitere Ereignisse bei perfektem Wetter unter Motor an der wunderschönen Küste nach Mellanfjärden gefahren.
Nach dem Anlegen machten sich Wolfgang und Norbert an die Ursachensuche und die Behebung. Susanne und Bernhard versuchten, mit der an einem Bootshaken befestigten GoPro und dem Dinghi Aufnahmen vom Unterwasserschiff zu machen, aber vergebens. Es ließ sich auf den doch eher grünen Videos nichts erkennen. Dafür konnten Wolfgang und Norbert von oben in den Kielkasten schauen und fanden die Ursache dann doch. Und diese überraschte uns doch sehr. Bei der unfreiwilligen Begegnung mit der Kiesbank hatten sich zwei Steine, jeder auf einer Seite, zwischen den Kiel und den Kielkasten geklemmt und jede Bewegung des Kiels verhindert. Mit Bordmitteln wurden die Steine wieder ins Wasser befördert (auf 4m Tiefe) und schon ließ sich der Kiel wieder einwandfrei bewegen.
Daraufhin hatten wir uns unseren Anleger auch wirklich verdient.



Text: Bernhard, Karin, Norbert, Suse, Wolfgang